Schwarzer Tresen: Anarchopazifismus

13. Oktober 2015
19:00

Geschichte(n) von unten und Perspektiven des libertären Antimilitarismus. Vortrag und Diskussionsveranstaltung mit Graswurzelrevolution-Redakteur Bernd DrückeBernd_Drücke_in_Ahaus_Dez09_Foto_Ralf_Siegert

Aufgrund der grausamen Erfahrungen, die viele Menschen während des Ersten Weltkriegs gemacht hatten, wuchs der Anarchopazifismus 1918 erstmals zu einer weltweiten Massenbewegung. 1921 gründeten AnarchopazifistInnen in den Niederlanden das bis heute aus etwa 90 antimilitaristischen Organisationen in 45 Ländern bestehende Netwerk War Resisters‘ International (WIR). In den 1920er Jahren brachte die anarchistisch-pazifistische Bewegung auch in Deutschland zahlreiche Periodika wie Junge Anarchisten (1923-1931) und Die Schwarze Fahne (1925- 1929) hervor. 1933 wurde die Bewegung zerschlagen, die libertär-antimilitaristische Literatur, wie z. B. „Krieg dem Kriege“ von Ernst Friedrich, das meistverbreitete antimilitaristische Buch der zwanziger Jahre, war unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verboten worden und fiel den Bücherverbrennungen zum Opfer. Nach 1945 war die Tradition des libertären Antimilitarismus weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Nazis hatten nicht nur zahllose Menschen, sondern auch viele Erinnerungen vernichtet. Mit Gründung der bis heute als „Monatszeitung für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft“ erscheinenden Graswurzelrevolution im Juni 1972 und der Entstehung der Föderation Gewaltfreier Aktionsgruppen (FöGA 1980 – 1997) erlebte der Anarchopazifismus auch in Deutschland eine Renaissance. Angesichts der Remilitarisierung auch in Deutschland und der Kriege in der Ukraine und anderswo ist ein Widererstarken des anarchistischen Antimilitarismus heute wichtiger denn je.

Der Referent:
Bernd Drücke, geb. am 24.12.1965 in Unna, Dr. phil., Soziologe, freier Journalist und Autor. Er lebt in einem alternativen Wohnprojekt in Münster und ist seit Anfang der 1980er Jahre in den sozialen Bewegungen aktiv. Seit November 1998 arbeitet er als Koordinationsredakteur der Graswurzelrevolution.

Am Dienstag, 13. Oktober 2015, 19:00 Uhr Im Nordpol, Münsterstr. 99, 44145 Dortmund

Schwarzer Tresen: 5 Sterne Menü und Kurzfilm

8. September 2015
19:00

gängemenuFür den Schwarzen Tresen im September haben wir uns diesmal etwas ganz besonderes ausgedacht: Um die Küche im Nordpol auch von unserer Seite nochmal gebührend  einzuweihen, veranstalten wir ein gemeinsames Abendessen mit mindestens 5 schwarzen Sternen! Wir bereiten ein mehrgängiges Menü, einschließlich Dessert, und laden euch alle ganz herzlich ein, mit uns zu speisen.

Im Anschluss an das Essen werden wir zusätzlich den Film „Peter Kropotkin: Die kommende Revolution“ (ca 25 min.) zeigen. In dem Film geht es um eine „Zusammenstellung einiger Peter_Kropotkin_circa_1900wesentlicher Gedanken des anarchistischen Kommunismus in den Worten des russischen Anarchisten Kropotkins. Der Film geht von dem unbestimmten Gefühl aus, dass sämtliche Formen des gesellschaftlichen Gefüges in Frage gestellt werden, ohne dass jemand wüsste, was an ihre Stelle treten soll. Danach folgt eine Zusammenfassung der sich unter dem Einfluss der niedergeschlagenen Pariser Kommune im anarchistischen Milieu entwickelnden allgemeinen Idee einer freien Reorganisation des Gesellschaft. Abgeschlossen wird der Film mit einigen Reflexionen des Problems, dass derlei Phantasien momentan nur von Minderheiten propagiert werden, es aber für diese gewaltige Angelegenheit den gleichzeitigen Willen und die Anstrengung der großten Mehrzahl der Produzentinnen braucht.“

Im Anschluss an Essen und Film gehen wir dann zum normalen Tresenbetrieb über.  Falls ihr frühzeitig wisst, dass ihr unbedingt vorbeischauen wollt, schreibt uns vorher eine kurze Mail mit Angabe der zu erwartenden Personenzahl an agdo@riseup.net, damit am Ende niemand ohne Essen darstehen muss.

Am Dienstag, 8. September 2015, 19:00 Uhr Im Nordpol, Münsterstr. 99, 44145 Dortmund

Schwarzer Tresen: Kommune und Anarchie

11. August 2015
19:00

Eine wachsende Zahl vonKommunen kründen Menschen schließen sich in politischen Kommunen zusammen und wagen den Versuch, anarchisch, also hierarchiefrei und selbstorganisiert zusammen zu leben. Zur gleichen Zeit nimmt im deutschsprachigen Raum eine Welle neuer anarchistische Organisierung an Fahrt auf. Jedoch haben diese Beispiele für Praxis und Theorie real kaum Berührungspunkte. Der Vortrag eines anarchistischen Kommunarden stellt nicht nur die verknüften Ideen vor, sondern soll vor allem herausarbeiten, wo die Ursachen hierfür liegen könnten, woraus die jewweiligen Bewegungen lernen können und wo mögliche Anknüpfungspunkte liegen.

Am Dienstag, 11. August 2015, 19:00 Uhr Im Nordpol, Münsterstr. 99, 44145 Dortmund

Schwarzer Tresen: Film „Der Untertan“

14. Juli 2015
19:00

Untertan-_Der-COVER„Diederich Heßling bedient alle Klischees vom guten preußischen Untertan. Er ist autoritätsgläubig, lernt aber, dass es am angenehmsten ist, wenn man auch entsprechende Macht besitzt. Dass man auch der Macht dienen muss, wenn man selber in Bezug auf Macht vorankommen möchte, lernt er ebenso: Nach oben buckeln und nach unten treten. Er schmeichelt sich deswegen beim Regierungspräsidenten von Wulckow ein. Unter dessen Schutz intrigiert er gegen Konkurrenten und paktiert in der Papierfabrik, mit den von ihm abhängigen Sozialdemokraten, die auch dort arbeiten.“

Worum geht es beim Schwarzen Tresen?
Der schwarze Tresen ist ein monatlich stattfindender offener Abend der Anarchistischen Gruppe Dortmund. Wir laden ein zu einem geselligen Abend mit veganer VoKü, Spielen, Gesprächen mit netten Leuten, guter Musik und wechselndem Abendprogramm. Jeden zweiten Dienstag im Monat im Nordpol. (Münsterstr. 99, 44145 Dortmund)
Personen,die durch rassistische,sexistische,antisemitische oder anders geartete diskriminierende Äußerungen oder Handlungen auffallen oder in der Vergangenheit aufgefallen sind, haben keinen Zutritt.
Presse nur nach Akkreditierung.

14.07.2015 ab 19.00 Uhr im Nordpol (Münsterstr. 99)!

Schwarzer Tresen im Juni: Drogen – Eine offene Diskussionsrunde

9. Juni 2015
19:00

drogen Drogen sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, aber in den meisten emanzipatorischen Gruppen und gesamtgesellschaftlich eine Thematik zu der selten ein ausführlicher Diskurs stattfindet. Dabei spielt der Einfluss von bewusstseinsverändernden Substanzen eine große Rolle in unserem Leben und dies auf unterschiedlichste Weise. Des weiteren ist der teilweise gezielte Einsatz von Drogen ein Mittel der Herrschenden zur Manifestierung des Bestehenden, ist das überhaubt so?. Was sind überhaupt Drogen? Was machen Drogen mit dir und deinem Sozialem Umfeld? Aus welchen Gründen und in welchen Situationen nimmst du Drogen? Was bedeuten Drogen gesamtgesellschaftlich von der Produktion bis zum Konsum? Welche Bedeutung haben Drogen zum Beispiel im Knast? Welche Rolle würden Drogen in einer anarchischen Gesellschaft spielen? Diese und weitere Fragen, die sich aus der offenen Diskussion ergeben, möchten wir zusammen mit euch besprechen. Dabei wollen wir nicht die von den Herrschenden geprägten Definitionen von Drogen (legal oder illegal) verwenden. Außerdem verurteilen wir jegliche Verfolgung von Menschen (zum Beispiel Drogenabhängigen) durch den Staat und seine Organe.

09.06.2015 ab 19.00 Uhr im Nordpol (Münsterstr. 99)!

Schwarzer Tresen im Mai: Vortrag über den Widerstand im Hambacher Forst

12. Mai 2015
19:00

image.DTOHXX„Der Hambacher Forst gehörte mit seinem einzigartigen Ökosystem zu den letzten großen Mischwäldern in Mitteleuropa. Von seinem ursprünglichen 5.5oo Hektar sind heute noch nicht einmal mehr 1.000 Hektar vorhanden.
Der Wald wird von RWE, einem der größten deutschen Energiekonzerne, abgeholzt. In den kommenden Jahren soll er ganz dem Braunkohle-Tagebau Hambach weichen.
Der Tagebau Hambach ist mit seiner Größe von ca. 8×10 Kilometern und einer Tiefe von fast 500m der größte in West-Europa. Sie verarbeiten jährlich ca. 100 Mio. Tonnen Kohle und sind damit die größte CO2 Quelle von Europa. Der Großteil des Stromes geht in die hier vorhandene Schwer-und Chemieindustrie, wo sich auch die Rüstungsindustrie von Rheinmetall hinter verbirgt.
Genau hier treffen die Interessen der Wirtschaft, Politik und Konzernen auf Widerstand. Manche bleiben in den Häusern, die RWE abbaggern will. Andere besetzen Bäume, die gerodet werden sollen und Pflanzen auf der zum Abraum bestimmten Erde Gemüse an. Auf nächtlichen Rundgängen verschwinden Mackierungspfähle und Maschinen werden von sämtlicher Elektronik befreit. Seit Jahrzehnten wird sich gewehrt u.a. gegen Zwangsumsiedlungen, Bergschäden und Feinstaub-Belastungen. Mit Kunstausstellungen und Fahrraddemos, (Obst-) Wiesenbesetzungen und Kohlezugblockaden leisten Umweltbewegte und Aktivistinnen Widerstand gegen die Zerstörung.Dies führte zu einer Repressionswelle gegen internationale Aktivist_innen. Von Durchsuchungen,DNA-Ahnahme bis hin zu Inhaftierungen. Doch der Widerstand geht weiter.“

http://hambacherforst.blogsport.de

12.05.2015 ab 19.00 Uhr im Nordpol (Münsterstr. 99)!